zum Inhalt
News

News

Bewegung gegen Schmerzen bei "Schaufensterkrankheit"

Bei der Claudicatio intermittens ("Schaufensterkrankheit") leiden Patienten aufgrund einer Minderversorgung der Beinmuskeln infolge Arteriosklerose bei Belastung unter krampfartigen Beinschmerzen, die sich in Ruhe bessern. Bewegung ist bei dieser Indikation eine kostengünstige und mit geringen Risiken verbundene Behandlung. Dass Bewegungsprogramme mit einem signifikanten Nutzen für Patienten mit Claudicatio intermittens verbunden sind, belegt ein Update eines Reviews von Cochrane-Wissenschaftlern. Sie analysierten 22 Studien mit 1.200 Patienten, die unter Claudicatio intermittens litten. Im Unterschied zur Standardversorgung oder Plazebotherapie ließ sich mit Bewegung die maximale Gehzeit um 5,14 Minuten verbessern. Die Gesamtverbesserung der Gehfähigkeit betrug zwischen 50 bis 200 Prozent. Signifikant verbessert war auch die Gehstrecke. Der durchschnittliche Unterschied zwischen Patienten mit Bewegungsprogramm und jenen mit Standardversorgung oder Plazebo betrug 82,19 m der schmerzfreien Gehstrecke und 113,2 m der maximalen Gehstrecke. Die Verbesserungen hielten bis zu zwei Jahre an. Ergebnisse hinsichtlich der Endpunkte Mortalität, Amputation und maximaler Durchfluss der Wade bei Belastung waren aufgrund begrenzter Daten nicht schlüssig. Der Follow-up-Zeitraum der Studien reichte von zwei Wochen bis zu zwei Jahren. Zwar wichen die Bewegungsprogramme voneinander ab, doch enthielten alle Studien zweimal wöchentliche Einheiten mit meist beaufsichtigter Bewegung. In allen Studien wurden Ergometertests als Endpunktmessung angewendet. Patienten mit Claudicatio intermittens erfahren durch Bewegung signifikante Verbesserungen der Gehzeit und -strecke, so die Autoren. (Quelle: L Watson, B Ellis, GC Leng: Exercise for intermittent claudicatio. Cochrane Database of Systematic Reviews 2008, Issue 4. Art. No.: CD000990. DOI: 10.1002/14651858.CD000990.pub2)

Erstellt am 19.06.2009 08:38:06

 

Beinkrämpfe –  What’s the Evidence?

Unwillkürliche, lokalisierte Muskelkrämpfe der Beine kommen häufig vor und treten typischerweise meist nachts an den Wadenmuskeln auf. Risikofaktoren für Muskelkrämpfe sind Schwangerschaft, sportliche Aktivität und ein Ungleichgewicht im Salz- und Elektrolythaushalt. Daneben spielen Erkrankungen, bei denen die peripheren Nerven, Blutgefäße oder Muskeln betroffen sind, sowie die Dialyse und die Einnahme einiger Medikamente eine Rolle. Clinical Evidence untersuchte die Wirksamkeit verschiedener Therapien bei idiopathischen Beinkrämpfen und bei Muskelkrämpfen in der Schwangerschaft. Bei idiopathischen Beinkrämpfen reduziert Chinin im Vergleich zu Plazebo die Häufigkeit der Krämpfe bei Nacht. Optimale Dauer der Behandlung sowie Dosierung sind allerdings unklar. Die Therapie mit Chinin ist mit schweren Nebenwirkungen wie kardialen Arrythmien, Thrombozytopenie und schweren Überempfindlichkeitsreaktionen assoziiert, weshalb der „Nutzen gegen das Risiko“ abzuwägen ist. Chinin wirkt teratogen, weshalb der Nutzen in der Schwangerschaft in keinem Verhältnis zum Risiko steht. Der zusätzliche Einsatz von Theophyllin kann die Häufigkeit von Beinkrämpfen im Vergleich zu einer Monotherapie mit Chinin reduzieren. „Unklar“ wirksam aufgrund eines Mangels an Studien sind bei idiopathischen Beinkrämpfen Analgetika, Antiepileptika, Kompressionsstrümpfe, Magnesiumsalze, Dehnungsübungen und Vitamin E. Kompressionsstrümpfe scheinen bei zugrunde liegender venöser Insuffizienz allerdings sinnvoll zu sein. Bei Beinkrämpfen in der Schwangerschaft sind Magnesiumsalze „wahrscheinlich nützlich“, um die Häufigkeit der Krämpfe zu reduzieren. Kalziumsalze, Multivitamine, eine Supplementation mit Mineralien, Natriumchlorid und Vitamin E dagegen wirken nur „unklar“.

(Quelle: G Young: Leg cramps. Clinical Evidence 2009;03:1113)

Erstellt am 19.06.2009 08:39:49

 

Kaffee fördert KHK nicht

Kaffee ist eines der Lieblingsgetränke der Europäer. Der Genuss wird getrübt, seit verschiedene Untersuchungen ergaben, zuviel Kaffee schade dem Herzen. Tatsächlich wurden innerhalb der vergangenen drei Jahrzehnte in vielen epidemiologischen Beobachtungsstudien die Auswirkungen des Kaffeekonsums auf die koronare Herzerkrankung (KHK) untersucht und kontrovers diskutiert. Fallkontrollstudien tendierten zu positiven Befunden, während prospektive Kohortenstudien tendenziell keinen Zusammenhang nachweisen konnten. Eine im International Journal of Cardiology veröffentlichte Metaanalyse von 21 prospektiven Kohortenstudien mit über 400.000 Teilnehmern kommt zu dem Schluss, dass Kaffeekonsum das Langzeitrisiko für die KHK nicht erhöht und moderater Kaffeekonsum das Herzrisiko sogar senken kann. Weder leichter Kaffeekonsum mit einer bis zwei Tassen Kaffee pro Tag, noch moderater (eine bis vier Tassen), schwerer (vier bis sechs Tassen) oder sehr schwerer Kaffeekonsum (über sechs Tassen) erhöht das relative Risiko für die KHK. Frauen, die regelmäßig mäßig Kaffee tranken, wiesen sogar in einem Beobachtungszeitraum von maximal zehn Jahren ein signifikant geringeres Risiko für die KHK auf. (Quelle: J Wu et al.: Coffee consumption and risk of coronary heart diseases: A meta-analysis of 21 prospective cohort studies. Int J Cardiol 2008; doi:10.1016/j.ijcard.2008.06.051)

Erstellt am 19.06.2009 07:48:21

 

Hypertonie: Schlafmangel erhöht Herzinfarktrisiko

Die Schlafdauer beeinflusst bei Hypertoniepatienten offenbar das Risiko einen Herzinfarkt zu erleiden. Dabei wirkt sich Schlafmangel besonders ungünstig aus, wenn der Blutdruck nachts während des Schlafes nicht absinkt, wie das physiologisch der Fall ist. Zugrunde liegen Ergebnisse einer in den Archives of Internal Medicine veröffentlichten prospektiven Studie an 1.255 Hypertonikern im Durchschnittsalter von 70 Jahren, die sich Langzeitmessungen ihres Blutdrucks unterzogen. Die Patienten wurden durchschnittlich 70 Monate lang beobachtet. Eine kurze Schlafdauer war als 7,5 Stunden Schlaf oder weniger definiert. Insgesamt 99 Patienten erlitten im Untersuchungszeitraum einen Herzinfarkt oder Schlaganfall. Eine kurze Schlafdauer war mit einer erhöhten Inzidenz an kardiovaskulären Ereignissen assoziiert. Besonders betroffen waren Hypertoniepatienten, deren Blutdruck nachts nicht abfiel oder gar anstieg. Eine kurze Schlafdauer mit einem nachts ansteigenden Blutdruck erwies sich am gefährlichsten und ermöglichte die nachhaltigsten Vorhersagen zum Risiko eines kardiovaskulären Ereignisses, und zwar unabhängig von ambulant gemessenen Blutdruckwerten. Bei der Ermittlung des kardiovaskulären Risikos von Patienten mit Hypertonie ist die Frage nach der Schlafdauer deshalb von Bedeutung, schließen die Autoren aus den Befunden. (Quelle: K Eguchi et al.: Short sleep duration as an independent predictor of cardiovascular events in japanese patients with hypertension. Arch Intern Med. 2008;168: 2225-2231)

Erstellt am 19.06.2009 08:39:28

 

home sitemap search
Internist Wels West - Dr. Herbert Mayr - Kreuzweg 49 - 4600 Wels - Tel: 0724 - 264 479
Webdesign